Wo die Zeit wirklich hingeht
Die Zeit geht selten in Ideen. Sie geht ins Abschreiben.
Freitag, 17 Uhr. Die Aktion fürs Wochenende steht in deinem Kalender. Auf der Website steht sie nicht. Bei Google auch nicht. Instagram weiß von nichts. Du trägst sie jetzt viermal ein. Am Montag ist sie vorbei, und auf der Website steht sie noch.
Das ist kein Ideenproblem. Das ist ein Übertragungsproblem. Und Übertragen kann eine Maschine besser als du.
Einmal du, danach die Maschine
Das Einmal-Prinzip heißt: Eine Information wird einmal eingegeben und überall weiterverwendet. Du trägst den Anlass ein. Die Kanäle erfahren es von selbst.
Ein Anlass ist alles, was in deinem Betrieb wirklich passiert. Ein Handwerksbetrieb schließt ein Projekt ab. Ein Restaurant hat am Samstag einen Mittagstisch. Eine Praxis ändert die Sprechzeiten. Eine Fotografin hat im März noch drei freie Termine. Jeder dieser Anlässe gehört an mehrere Stellen. Keiner muss mehrmals geschrieben werden.
Bei uns sieht das so aus: Ein Betrieb trägt eine Aktion im Handykalender ein. Auf seiner Website erscheint eine Hinweisleiste. Nach dem Ende verschwindet sie von selbst. Aus derselben Aktion entstehen drei LinkedIn-Entwürfe, nur mit den Fakten aus dem Eintrag. Der Betrieb gibt einen frei. Ohne Freigabe geht nichts raus.
Womit du anfängst
Fang mit dem an, was du am häufigsten abschreibst. Nicht mit dem, was am meisten Spaß machen würde.
Mach eine Woche lang einen Strich, jedes Mal wenn du dieselbe Information ein zweites Mal irgendwo einträgst. Danach weißt du, wo deine Marketingzeit hingeht. Der Handarbeits-Score fasst das in einer Zahl von 0 bis 100: wie viel deiner digitalen Routine noch von Hand angestoßen wird oder ganz fehlt.
Dann sortierst du nach Kontrollbedarf, also danach, wie viel echte Entscheidung ein Schritt jedes Mal verlangt. Öffnungszeiten übertragen: kaum Entscheidung. Auf eine wütende Bewertung antworten: viel Entscheidung. Das Erste macht die Maschine. Beim Zweiten legt sie dir höchstens einen Entwurf hin.
Wie viel Zeit Marketing braucht
Dafür gibt es keine ehrliche Pauschalzahl. Es hängt davon ab, wie viele echte Anlässe dein Betrieb hat und wie oft du sie doppelt einträgst.
Wer dir eine feste Stundenzahl pro Woche nennt, kennt deinen Betrieb nicht. Miss lieber selbst: Wie viel Zeit geht ins Nachdenken, wie viel ins Kopieren? Den zweiten Teil kannst du abgeben.
Woran diese Frage noch hängt
Wer nur Social Media automatisiert, hat danach schnellere Beiträge und eine Website, die trotzdem veraltet.
Marketing ist im kleinen Betrieb kein einzelner Kanal. Es ist die Website, das Google-Profil, Instagram, LinkedIn, vielleicht ein Reel und die Mail an Stammkunden. Braucht jeder Kanal seine eigene Pflege, arbeiten fünf Inseln nebeneinander. Automatisierst du nur eine, bleibt die Doppelarbeit bei den anderen vier.
Deshalb fragen wir zuerst nach der Quelle. Wo steht eine Information zuerst? Der Termin im Kalender. Die Leistung auf der Website. Die Bewertung bei Google. Von dort aus lässt sich der Rest versorgen. Wir machen das bei uns selbst so: Unser lokales Wissensnetz mit rund 745 Themenseiten in 54 Städten entsteht automatisch, und überschneiden sich zwei Seiten, legt das System sie selbst zusammen.
Auslagern oder automatisieren?
Auslagern hilft, wenn dir Ideen fehlen. Automatisieren hilft, wenn dir Zeit fehlt, weil du alles mehrfach machst.
Das schließt sich nicht aus. Eine Agentur kann dir ein neues Angebot formulieren. Danach muss es trotzdem auf die Website, zu Google und in die Mail. Schreibt das wieder jemand von Hand ab, hast du die teure Arbeit eingekauft und die lästige behalten.
Brauchst du eine große Marketing-Software?
Meistens nicht. Große Systeme sind für viele Leute, viele Kampagnen und viele Freigabestufen gebaut.
Ein kleiner Betrieb braucht keine weitere Schaltzentrale. Er braucht weniger Stellen, an denen dieselbe Information gepflegt wird. Rechentafel statt Werkzeugzoo.
Frag jeden Anbieter drei Dinge, uns eingeschlossen: Was muss ich künftig noch selbst eintragen? Erreicht eine Änderung an einer Stelle auch die anderen? Wo gebe ich frei, bevor etwas rausgeht?
