Du willst weniger Programme. Also klingt eine All-in-One-Plattform zunächst logisch: ein Login, ein System, viele Funktionen. Das kann genau richtig sein. Es kann aber auch bedeuten, dass du nach dem Wechsel zwar weniger Programme hast, dafür ein sehr großes neues Programm bedienen musst.
Es gibt zwei verschiedene Arten von „alles zusammen“
Die erste Art ist die Plattform. ALL-ONE, HighLevel, HubSpot, Zoho One und Odoo bündeln viele Funktionen in einer gemeinsamen Software. Du meldest dich an und arbeitest dort mit CRM, Website, Mails, Social Media, Workflows oder weiteren Geschäftsbereichen.
Die zweite Art ist eine eingerichtete Kette. Die zentrale Frage lautet dort nicht: In welcher Oberfläche erledigst du künftig alles? Sie lautet: Wo entsteht eine Information in deinem normalen Alltag und welche Stellen müssen sie danach bekommen?
Das klingt ähnlich. Im Alltag ist es ein großer Unterschied.
ALL-ONE und HighLevel liegen am nächsten an der Marketingseite
ALL-ONE nennt sich selbst eine cloudbasierte All-in-One-Lösung. Im Premium-Paket stehen unter anderem CRM, Kampagnen, Workflow-Automatisierungen, AI Agents, Websites, Blogs, Funnels und weitere Marketing- und Kommunikationsfunktionen bereit. Premium kostet am 27. Oktober 2026 monatlich 228 Euro netto oder umgerechnet 190 Euro pro Monat bei Jahreszahlung.
HighLevel verfolgt ebenfalls einen sehr breiten Marketing- und CRM-Ansatz. Starter kostet 97 US-Dollar monatlich, Unlimited 297 US-Dollar und Agency Pro 497 US-Dollar. Website- und Funnel-Builder, CRM, Social Planner, Workflow-Automation und viele weitere Funktionen gehören zum Kernangebot.
Beide können für jemanden hervorragend passen, der genau so eine Plattform sucht.
HubSpot ist eher eine komplette Customer Platform
HubSpot geht tiefer in Marketing, Vertrieb, Kundenservice, Content und Datenmanagement. Die Professional-Version der Customer Platform kostet laut Preisseite ab 90 Euro netto pro Monat und Lizenz bei jährlicher Abrechnung, Enterprise ab 175 Euro; für Professional und Enterprise ist der Kauf eines Onboardings erforderlich.
Dafür reicht der Funktionsumfang weit über eine einfache Marketing-Automatisierung hinaus. HubSpot bietet umfangreiche CRM-, Automatisierungs-, Social-, E-Mail-, Service-, Content- und inzwischen auch AEO-Funktionen.
Für ein wachsendes Team, das diese Bereiche bewusst in einer gemeinsamen Plattform organisieren möchte, ist das eine völlig andere Ausgangslage als bei einem Solo-Selbständigen, der nur fünf wiederkehrende digitale Handgriffe loswerden möchte.
Zoho One und Odoo gehen noch weiter
Zoho One umfasst laut Anbieter mehr als 45 vereinheitlichte Unternehmensanwendungen. Beim Modell für alle Mitarbeiter kostet die Suite 37 Euro netto je Mitarbeiter und Monat bei jährlicher Abrechnung. Dafür müssen alle Mitarbeiter lizenziert werden. Die flexible Variante kostet 90 Euro netto je ausgewähltem Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung.
Odoo umfasst neben Website, CRM und Marketing auch Buchhaltung, Lager, Projekte, Personal, Kassensystem und viele weitere Apps. Der aktuell ausgewiesene Standardpreis liegt bei 24,90 Euro netto je Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung; Odoo kennzeichnet diesen Preis als zwölfmonatigen Einstiegsrabatt für anfänglich bestellte Nutzer. Der reguläre Preis liegt bei 24,90 Euro.
Wenn du dein halbes Unternehmen in einer Software abbilden willst, sind diese beiden Anbieter deshalb wesentlich näher an einem Betriebssystem für das Unternehmen als La Maschinerie.
Die entscheidende Frage lautet nicht „Wer hat mehr Funktionen?“
Bei dieser Frage würden große Plattformen fast immer gewinnen.
Die interessantere Frage lautet: Was willst du nach der Einrichtung selbst tun?
Wenn du ein zentrales CRM pflegen möchtest, Workflows selbst anlegen willst, Berichte brauchst, mehrere Teammitglieder organisierst oder Prozesse regelmäßig selbst veränderst, ist eine Plattform sehr naheliegend.
Wenn du dagegen sagst: Die Aktion steht bereits in meinem Kalender. Die Bewertung kommt bereits bei Google. Die Anfrage kommt bereits über meine Website. Warum muss ich diese Informationen danach noch in verschiedenen Systemen weitertragen?, dann beginnt ein anderes Modell.
Bei La Maschinerie wird die Kette für den Betrieb eingerichtet. Danach verbindest du deine Zugänge und steuerst sie mit eintragen, freigeben und entscheiden.
All-in-One bündelt die Bedienung
Das ist kein Nachteil. Es ist nur wichtig, es richtig zu benennen.
Eine gute All-in-One-Plattform nimmt viele getrennte Werkzeuge und bringt ihre Funktionen in eine gemeinsame Umgebung. Dadurch kann der Wechsel zwischen fünf einzelnen Programmen verschwinden.
Du arbeitest danach aber weiterhin in einer Software.
Das Gegenmodell lautet: Die Information soll möglichst dort entstehen, wo sie ohnehin entsteht. Danach übernimmt die Maschine die wiederkehrenden Wege.
Das Einmal-Prinzip beschreibt genau diesen Unterschied. Eine Information wird einmal eingegeben und überall weiterverwendet.
Wann die Plattform klar besser ist
Wenn du Buchhaltung, Lager, Produktion oder Personal in derselben Umgebung brauchst, sind Odoo oder Zoho One in einer anderen Liga. Wenn dein Team ein ausgereiftes CRM samt Marketing, Vertrieb und Service benötigt, ist HubSpot dafür gebaut. Wenn du Agenturkonten, White-Label-SaaS oder sehr flexible Marketing-Workflows selbst aufbauen willst, ist HighLevel besonders interessant. Wenn du eine deutschsprachige zentrale Marketing- und Vertriebsplattform mit CRM, Website und Automationen möchtest, ist ALL-ONE ein naheliegender Kandidat.
La Maschinerie sollte in diesen Fällen nicht so tun, als wäre sie überall die bessere Wahl.
Wann eine eingerichtete Kette interessanter wird
Interessant wird sie, wenn dein eigentliches Ziel nicht „mehr Software“ lautet, sondern „weniger digitale Routine“.
Dann wird relevant, wer die Einrichtung übernimmt, wo du anschließend arbeitest und wie viele neue Dinge du lernen musst.
Genau dort liegt die Trennung zwischen Plattform und Kette.
Stand des Vergleichs
Stand des Vergleichs: Oktober 2026. Angaben aus öffentlich zugänglichen Herstellerseiten. Preise und Funktionen können sich ändern.