Du markierst den Text. Kopieren. Anderes Programm öffnen. Einfügen. Datum ändern. Noch eine Stelle öffnen. Wieder einfügen. Am Ende war nichts davon schwierig. Es war nur immer wieder dasselbe.
Genau deshalb ist Copy-Paste ein guter Kandidat für eine nüchterne Rechnung.
Miss den Übergang, nicht dein Gefühl
„Das nervt“ reicht noch nicht als Grund für Automatisierung.
Manche Kopierarbeit dauert zehn Sekunden und kommt einmal im Monat vor. Dafür eine Kette zu bauen kann mehr Arbeit machen, als sie spart.
Andere Übergaben passieren jeden Tag. Immer dieselben Felder. Immer dieselben Programme. Immer dieselbe Reihenfolge.
Dort wird es interessant.
Der Automatisierungswert beschreibt, wie lohnend die Automatisierung eines Ablaufs ist. Die Rechnung beginnt mit Häufigkeit pro Woche mal Minuten pro Vorgang mal dem Anteil, der immer gleich abläuft. Danach wird der Kontrollbedarf berücksichtigt.
Der Kontrollbedarf beschreibt, wie viel echte menschliche Entscheidung ein Ablauf jedes Mal verlangt.
Ein Rechenbeispiel macht es sichtbar
Angenommen, du überträgst dieselbe Information viermal pro Woche. Jeder Vorgang dauert im Beispiel zehn Minuten. Drei Viertel davon laufen immer gleich.
Vier mal zehn mal 0,75 ergeben 30 Minuten gleichförmige Handarbeit pro Woche.
Das ist kein gemessener Wert eines Kunden. Es ist nur ein Rechenbeispiel.
Danach fehlt noch der Kontrollbedarf. Wenn du nach jeder Übertragung eine echte Entscheidung treffen musst, kann nur der vorbereitende Teil automatisch laufen. Wenn die Übertragung dagegen rein technisch ist, liegt mehr Potenzial in der Kette.
Für den Kontrollbedarf gibt es keinen festen Faktor. Pressen wir ihn in eine genaue Prozentzahl, ist die Rechnung genauer als die Wirklichkeit.
Copy-Paste ist oft nur ein Zeichen für zwei Wahrheiten
Wenn du eine Information aus einem Programm in ein anderes kopierst, gibt es danach zwei Stellen, die denselben Inhalt besitzen.
Ab diesem Moment können sie auseinanderlaufen.
Du änderst später die erste Stelle. Die zweite bleibt alt. Oder du änderst die zweite und vergisst die erste.
Das Einmal-Prinzip heißt: Eine Information wird einmal eingegeben und überall weiterverwendet.
Der bessere Ablauf ist deshalb häufig nicht „schneller kopieren“. Er lautet: Eine Stelle wird Quelle. Die nächste liest daraus.
Eine Aktion zeigt den Unterschied gut
Bei einem laufenden Ablauf wird eine Aktion einmal im Handykalender eingetragen.
Daraus entsteht eine Hinweisleiste auf der Website. Die Aktion wird auf der Kundenseite als Veranstaltung für Google ausgezeichnet. Aus denselben Fakten entstehen drei LinkedIn-Entwürfe.
Du musst Datum, Uhrzeit und Inhalt nicht noch einmal aus dem Kalender nehmen und an den nächsten Stellen neu einfügen.
Beim öffentlichen Text stoppt die Maschine allerdings.
Du gibst einen der Entwürfe frei.
Woran diese Frage noch hängt
Copy-Paste kann zwei völlig verschiedene Arten von Arbeit enthalten.
Die erste ist reine Übertragung. Name kopieren. Datum kopieren. Leistung übernehmen. Zahl aktualisieren.
Die zweite ist Entscheidung. Ist dieser Text richtig? Passt das Angebot? Soll das veröffentlicht werden? Muss etwas anders formuliert werden?
Diese beiden Dinge solltest du nicht vermischen.
Das Ausnahmen-Prinzip heißt: Der Mensch bearbeitet nicht mehr jeden Fall, sondern nur die Ausnahmen.
Wenn 80 Prozent eines Vorgangs reine Übertragung wären und 20 Prozent echte Entscheidung, sollte die Maschine nicht wegen der letzten 20 Prozent die ersten 80 Prozent liegen lassen. Sie sollte vorbereiten und dann stoppen.
Genau dort übernimmst du.
Nicht jede Verbindung lohnt sich
Eine technische Verbindung kann ebenfalls gepflegt werden müssen. Systeme ändern sich. Zugänge müssen funktionieren. Regeln müssen klar sein.
Deshalb reicht es nicht, dass etwas theoretisch automatisierbar ist.
Es sollte sich im Alltag rechnen.
Jede Kette wird bei uns individuell für den Betrieb gebaut. Wir sehen uns an, wo die Information heute entsteht, wohin du sie kopierst und welche Stelle danach wirklich noch nötig ist.
Manchmal ist die beste Verbindung gar keine Verbindung. Vielleicht kann eine doppelte Stelle einfach weg.
Fang mit einem einzigen Übergang an
Nicht mit „Ich will alles automatisieren“.
Nimm genau einen Vorgang. Zum Beispiel: Kalender zur Website. Anfrageformular zur Mail. Bewertung zur Website.
Miss, wie oft er passiert. Miss, wie lange er dauert. Schätze ehrlich, welcher Teil immer gleich ist. Dann prüfe den Kontrollbedarf.
Wenn sich dieser eine Übergang lohnt, hast du einen sauberen ersten Baustein.
Danach kannst du den nächsten prüfen.
So entsteht keine große Automatik auf Verdacht.
Es entsteht Schritt für Schritt eine Maschine, die genau die Wiederholung übernimmt, die du vorher selbst kopiert hast.
